Hildegard von Bingen Gesang Musik

Gedankliche Impulse

Ziel meiner freiberuflichen Tätigkeit als Sängerin soll sein, Lieder und gedankliche Impulse der Hl. Hildegard von Bingen (1098-1179) zu verbreiten, um damit den Prozess der kirchlichen Erneuerung seit Papst Franziskus zu unterstützen. Zu betonen ist: es handelt sich bei Hildegard von Bingen um eine Komponistin und somit bei ihren Kompositionen um eine weibliche Facette der christlichen abendländischen Kirchenmusik.


Hörbeispiel – CD | Hildegard Heilende Klänge  [18. Bonifati – gesprochene Version]

Ich möchte versuchen, ihre beinahe 1000 Jahre alte Musik – eine späte Ausformung der Gregorianik, notiert als Melodieverlauf mit lateinischem Text, jedoch ohne konkrete Angaben zu harmonischer und instrumentaler Begleitung – in einem neuen Kleid zu präsentieren. Neu soll dabei sein: das „Gewand“ für diesen alten Schatz soll sich nicht der sogenannten Historischen Aufführungspraxis – Bemühungen, die Musik vergangener Epochen mit authentischem Instrumentarium, historischer Spieltechnik und im Wissen um die künstlerischen Gestaltungsmittel der jeweiligen Zeit wiederzugeben unterwerfen müssen, sondern das „Gewand“ soll sich vielmehr kreativ neu gestalten, so wie die Melodie und das Wort gerade am besten lebendig werden können.


Hörbeispiel – CD | Hildegard Heilende Klänge  [19. Bonifati]

Dazu sind alle Farbklänge und Instrumente recht und willkommen (z.B. Akkordeon, evtl. auch Synthesizer), auch wenn es sie damals noch gar nicht gab oder man die Instrumente nicht so wie heute wohltemperiert stimmen konnte. Meine Musik soll so volksnah wie möglich sein. So einfach wie möglich, aber doch unter Verzicht auf eine unheilvolle Vereinfachung.

Mein Bestreben ist, die zeitliche Barriere von 1000 Jahren so gut es geht zu überwinden, genauso wie Papst Franziskus versucht, die 2000 Jahre alte Gute Nachricht mit Freude zu verkünden. Ich will diese Musik in der Kirche, einem heiligen Ort, aber vielleicht auch auf der Straße Open-Air verkünden. Papst Franziskus hat dazu aufgerufen, nicht nur in der Kirche zu bleiben, sondern auch auf die Straße zu gehen, dorthin, wo die Menschen zu finden sind.


Fotografie: Hildegard von Bingen, Liber divinorum operum
Ministerium für Kulturerbe und Tourismus – Lucca State Library